Huf ohne Belastung

Zu sehen sind die beiden Hintergliedmaßen eines drei Monate alten Warmblutfohlens, welches das rechte Hinterbein aufgrund einer Fissur im Kniegelenk von Geburt an nicht belasten konnte.

Die unterschiedliche Entwicklung der rechten, dauerhaft geschonten Hintergliedmaße und der linken hierdurch eher überlasteten Gliedmaße ist an den Präparaten deutlich sichtbar. Das Fohlen bewegte sich nur wenig und lag viel. Deshalb finden sich insgesamt nur geringe Überbelastungsanzeichen am linken Hinterbein, lokalisiert im Sprunggelenk. Die Knochen und die Hornkapsel der linken Gliedmaße sind dem Alter entsprechend normal entwickelt.

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Hinterhufe im Vergleich dorsale Ansicht

entsprechend Hufbeine im Vergleich dorsale Ansicht

Hinterhufe im Vergleich seitliche Ansicht

entsprechend Hufbeine im Vergleich seitliche Ansicht

Hinterhufe im Vergleich Sohlenansicht

entsprechend Hufbeine im Vergleich Sohlenansicht

Hinterhufe im Vergleich proximale - palmare Ansicht

entsprechend Hufbeine im Vergleich proximale Ansicht

Linke distale Hintergliedmaße

Hintergliedmaßen im Vergleich

Bewegen Sie die Maus über die Bereiche, die Sie identifizieren wollen:
×
Hinterhufe im Vergleich dorsale Ansicht
Der rechte Hinterhuf ist aufgrund der feh-
lenden Belastung deutlich schmaler geblieben.
Durch den fehlenden Abrieb ist er trotz ver-
gleichsweise geringem Hornwachstum höher
geworden, als der Huf der belasteten,
normal gewachsenen Partnergliedmaße.
Der linke Hinterhuf erscheint normal entwickelt.
Bewegen Sie die Maus über die Bereiche, die Sie identifizieren wollen:
×
entsprechend Hufbeine im Vergleich dorsale Ansicht
Das Hufbein des rechten Hinterbeines ist auf-
grund der Nichtbelastung der Gliedmaße in
seiner Entwicklung zurückgeblieben.
Das Hufbein der linken Hintergliedmaße ist
dem Alter entsprechend normal entwickelt.
Der Streckfortsatz ist deutlich erkennbar.
Bewegen Sie die Maus über die Bereiche, die Sie identifizieren wollen:
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Hinterhufe im Vergleich seitliche Ansicht
Der linke Hinterhuf mit gut ausgeprägten
Trachten, stabilem Wandhorn und einer
großen Bodenkontaktfläche.
Der rechte Hinterhuf zeigt sich völlig anders: Diese
Situation entstand durch ein verringertes Horn-
wachstum bei gleichzeitig geringem Hornabrieb.
Die Hufform ist zwangig und zeigt die typischen
Symptome einer minderbelasteten Gliedmaße.
Diese Situation entsteht stets (sprich auch häufig
beim erwachsenen Pferd) wenn ein Pferd nicht
(mehr) in der Lage ist, seine Gliedmaße normal zu
belasten. Man versteht an dieser Stelle die Pro-
bleme der Hufbearbeitung mit engen, hohen Trach-
ten und Trachtenzwanghufen, die durch Minderbe-
lastung entstanden sind. Therapeutisch erfolgreich
ist in diesen Fällen einzig die Beseitigung der Ursa-
che. Jegliche Manipulation am Huf (Trachten nie-
derschneiden, Weitungsschnitt, Spezialeisen, mu-
stangroll ...) bleibt erfolglos und birgt darüber
hinaus zusätzliche Probleme für die vom Pferd im
eigentlichen geschonte Gliedmaße.
Bewegen Sie die Maus über die Bereiche, die Sie identifizieren wollen:
×
entsprechend Hufbeine im Vergleich seitliche Ansicht
Normal entwickeltes Hufbein eines drei
Monate alten Fohlens.
Das Hufbein der verletzten rechten Gliedmaße ist
deutlich kleiner. Vor allem das Breitenwachstum
des Hufbeinknochens ist geringer ausgefallen.
Hufbeinäste und Streckfortsatz sind kaum
ausgebildet.
Bewegen Sie die Maus über die Bereiche, die Sie identifizieren wollen:
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Hinterhufe im Vergleich Sohlenansicht
Der linke Hinterhuf ist stark abgenutzt, ohne
Tragrandüberstand und mit einer festen, voll-
flächigen Sohle und einem breiten, mittragenden
Strahl versehen. Alles Folgen der Belastung
und Benutzung des Hufes.
Der nicht belastete, rechte Hinterhuf besitzt
neben einem Tragrandüberstand reichlich loses
Zerfallshorn auf der Sohle, enge Trachten und
einen unterentwickelten Strahl. Alles Folgen
der Minderbelastung und -benutzung des Hufes.
Bewegen Sie die Maus über die Bereiche, die Sie identifizieren wollen:
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entsprechend Hufbeine im Vergleich Sohlenansicht
Hufbeinäste und Gefäßkanäle sind am linken
Hufbein bereits deutlich ausgeprägt.
Trotz gleicher Grundform zeigt die Sohlenan-
sicht des rechten Hufbeins die Minderentwick-
lung im Vergleich zur Partnergliedmaße.
Bewegen Sie die Maus über die Bereiche, die Sie identifizieren wollen:
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Hinterhufe im Vergleich proximale - palmare Ansicht
Ballen- und Strahlpartie des
linken Hinterhufes sind gut ausgeprägt.
Am rechten Hinterhuf sind Strahl und Ballen verkümmert.
Das Strahl- und Ballenkissen ist nur rudimentär aus-
geprägt. Auch hier sollte die Parallele zu den häufig in
der Praxis anzutreffenden Fällen von unterschiedlich
hohen Trachten an den Partnergliedmaßen gezogen
werden. Zumeist sind hiervon allerdings die Vorder-
beine betroffen. Die Ursache liegt fast ausnahmslos
in einer unterschiedlichen Belastung und Aufstellung
der Gliedmaßen, weshalb eine Hufbearbeitung, die den-
noch eine gleiche Höhe der Trachten erzwingen möchte,
dem Pferd weit mehr schadet als nutzt. Eine bessere
Entwicklung des Strahl- und Ballenkissens ist unter dieser
Bedingung nicht zu erreichen. Das heißt, ist die Ursache
der unterschiedlichen Benutzung der Gliedmaßen (sei es
beim Fohlen wie auch beim erwachsenen Pferd) nicht
abzustellen, dann hat die unterschiedliche Trachtenhöhe
und -enge wie auch im hier Vorliegenden Fall eines ver-
letzten drei Monate alten Fohlens ihre Berechtigung und
sie lässt sich durch keine Maßnahme am Huf abstellen.
Bewegen Sie die Maus über die Bereiche, die Sie identifizieren wollen:
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entsprechend Hufbeine im Vergleich proximale Ansicht
Die Gelenkfläche zum Kronbein sowie der
Streckfortsatz sind am Hufbein der linken
Hintergliedmaße bereits altersentsprechend
entwickelt.
Die Gelenkfläche zum Kronbein ist kaum
entwickelt und sehr viel kleiner als beim
belasteten Hinterbein des Fohlens. Auch
die Struktur des Knochens ist unterentwickelt.
Der weiche, wenig kalzifizierte Knochen im
Bereich der Gelenkfläche nahm beim Prä-
parieren deshalb sehr leichtSchaden.
Bewegen Sie die Maus über die Bereiche, die Sie identifizieren wollen:
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Linke distale Hintergliedmaße
Hornkapsel
Hufbein
Strahlbein
Kronbein
Kronbein
Fesselbein
Fesselbein
Knorpelige Epiphysenfuge der Röhrenknochen:
Hier findet durch intensive Zellvermehrung das
Längenwachstum des Knochen statt.
Knorpelige Epiphysenfuge der Röhrenknochen:
Hier findet durch intensive Zellvermehrung das
Längenwachstum des Knochen statt.
Bewegen Sie die Maus über die Bereiche, die Sie identifizieren wollen:
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Hintergliedmaßen im Vergleich
rechtes Hinterbein
linkes Hinterbein
Oberschenkel
Unterschenkel
Tarsalknochen
Im Sprunggelenk finden
sich Anzeichen für Spat
als Folge der Überlastung
dieser Gliedmaße.
Griffelbein
Röhrbein: der Durchmesser der
Röhrenknochen ist geringer
als an der mehrbelasteten
Partnergliedmaße.
Röhrbein: der Durchmesser der
Röhrenknochen ist größer
als an der unterentwickelten
Partnergliedmaße.
Gleichbein
Fesselbein
Kronbein: die Knochen des rechten Hinter-
beines zerbröseln bereits während der Prä-
paration. Grund ist die geringere Kalzifizie-
rung des Knochens aufgrund fehlender
Belastungsreize.
Kronbein
Strahlbein
Hufbein
Hornkapsel