Futterrillen und Futterringe

Als Futterrillen oder Futterringe werden parallel zum Kronsaum verlaufende Falten oder Erhebungen in der Hornkapsel bezeichnet. Die Namensgebung verdankt sich der ursprünglichen Erklärung, dass diese Rillen (Vertiefungen) und Ringe (Erhebungen) in der Hornwand des Hufes jeweils durch einen Futterwechsel verursacht wurden. Allerdings trifft dies nur auf einen kleinen Teil von ihnen zu. Daneben gibt es die große Gruppe der stoffwechselbedingten Rillen sowie die sehr häufig anzutreffende, rein mechanisch verursachte Rillenbildung im Huf. Darüber hinaus kann die Rillenbildung auch durch Entzündungen der Huflederhäute hervorgerufen werden (bspw. durch Hufgeschwür, Hufabszess, Strahlfäulnis, Hufkrebs, Saumbandentzündung).

Bei Stoffwechselrillen bzw. –ringen handelt es sich um Unregelmäßigkeiten in der Hornbildung die durch Erkrankungen, Medikamente, Impfungen, Wurmkuren oder auch durch besondere Stresssituationen verursacht wurden. Eine besondere Form dieser sind die Reherillen, welche sich sehr häufig nach einer Hufrehe zeigen. Stoffwechsel- und Futterrillen finden sich stets zeitgleich auf allen vier Hufen, wobei sie unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Häufig sind die Rillen und Ringe in den Vorderhufen deutlicher zu sehen als in den Hinterhufen.

Rillen bzw. Falten, die sich lediglich auf einen oder zwei der Hufe (zumeist Vorderhufe) oder auch auf einzelne Abschnitte im jeweiligen Huf beschränken, sind sehr häufig mechanisch verursacht. Die Kronlederhautpapillen, auf denen das Horn der Wände gebildet wird, werden in diesem Fall durch hebelnde und stauchende Hufwände in Mitleidenschaft gezogen, so dass es zu lokalen Durchblutungsschwankungen kommt. Bei besonders starken unphysiologischen Kräften kann es sogar zu Quetschungen, Zerreißungen oder Abknickungen der Lederhautpapillen kommen. In diesen Fällen ist es sinnvoller bei den markanten Rillen im Wandhorn von Belastungsrillen oder auch von Faltenhorn zu sprechen.

Rillen, Ringen und Falten aller Herkunft ist eines gemeinsam: Die Hufqualität leidet unter den Unregelmäßigkeiten der Hornwand. Rillen und Falten in der Hufwand sorgen dafür, dass der Tragrand weniger belastbar ist; die Hufe brechen schneller und häufiger aus, als dies bei Hufen der Fall ist, welche glatte, regelmäßige Hornwände besitzen.

Klicken Sie auf ein Präparat, um es zu vergrößern:

Huf mit Hornrillen - frontale Ansicht

Huf mit Hornrillen - laterale Ansicht

Klicken Sie in den markierten Bereich zum vergrößern:

Huf mit Hornrillen - Derselbe Huf im Sagittalschnitt

Bewegen Sie die Maus über die Bereiche, die Sie identifizieren wollen:
×
Huf mit Hornrillen - frontale Ansicht
Leichte Hornrille (Vertiefung)
Starke Hornrille: Sie verläuft parallel zum Kronsaum und ist in
den Bereichen der stärksten Belastung besonders tief ausgeprägt.
Leichter Hornring (Erhebung)
Leichte Hornrille (Vertiefung)
Bewegen Sie die Maus über die Bereiche, die Sie identifizieren wollen:
×
Huf mit Hornrillen - laterale Ansicht
Leichte Hornrille
Starke Hornrille: Besonders ausgeprägt ist die
Vertiefung dieser Hornrille in der Zehenwand
sowie in der mehr belasteten, unphysiologisch
gerundeten Seitenwand. Rote Einblutungen
im hellen Horn zeigen, unter welchem Stress
die Kronlederhautpapillen zeitweise standen.
Leichte Hornrille
Leichte Hornrille
Leichter Hornring
Bewegen Sie die Maus über die Bereiche, die Sie identifizieren wollen:
×
Huf mit Hornrillen - Ausschnitt
Innenansicht einer Hornrille im Wandhorn:
Die starke Hornrille reicht bis in die Tiefe der Wand, der Verlauf
der Wandhornröhrchen ist über die gesamte Wandstrecke verändert.