Thema ohne neue Antworten

Weiche Fesselung-Fesselträger überlastet

Lydia
Hallo,

meine 17-jährige Stute lahmt seit circa 4 Wochen auf dem linken Vorderbein, was sich durch Ticken im Trab darstellt.
Die Diagnose des Tierarztes lautet Chronische Überlastung des Fesselträgers auf Grund ihrer extremen Fehlstellung (sehr weiche Fesselung).
Das Problem der Fehlstellung ist seit langem bekannt, leider ging barhuf laufen nicht, da sie eine extrem dünne und empfindliche Sohle hat. Die Beschlagsintervalle belaufen sich auf acht Wochen, kürzer geht leider nicht, da der Huf trotz Gabe von Atcom huf vital nur sehr langsam wächst. Blutbild ist in Ordnung.
Nun wollte ich fragen, ob Sie eine Möglichkeit sehen, den Fesselträger durch eine huforthopädische Behandlung zu entlasten. Laut Tierarzt ist sie nie wieder reitbar und ich möchte nichts unversucht lassen, sie wieder bewegen zu können, da dies für sie sehr wichtig ist, weil sie uusätzlih noch an einer Lungenfibrose leidet.
Fotos sind angehängt.

Vielen Dank für Ihre Hilfe und viele Grüße

Lydia

Ps: Fotos sind in folgender Reihenfolge:(der Beschlag ist zwei Wochen alt)

1.links vorne, wo sie lahmt
2.links vorne von unten
3. zum Vergleich links hinten, wo die Stellung nicht so schlimm ist
4. von vorne

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 19.04.2017 um 21:50.]
Dateianhang

IMG_1302.JPG (Typ: image/jpeg, Größe: 610.04 Kilobyte) — 83 mal heruntergeladen
IMG_1307.JPG (Typ: image/jpeg, Größe: 2.45 Megabyte) — 85 mal heruntergeladen
IMG_1304.JPG (Typ: image/jpeg, Größe: 2.2 Megabyte) — 81 mal heruntergeladen
IMG_1311.JPG (Typ: image/jpeg, Größe: 2.34 Megabyte) — 86 mal heruntergeladen
Caja Sulzbach
Huforthopäde/-in
Hallo Lydia,
wie Sie beim Stöbern durch dieses Forum und die Homepage vermutlich schon festgestellt haben, arbeiten wir mit dem Barhuf, denn nur mit diesem ist es mit unserer Methode möglich, den Abrieb zugunsten einer Hufsanierung zu nutzen. Mehr dazu finden Sie in der Rubrik "über uns".

Zu dem chronisch entzündeten Fesselträger und Ihrem Pferd konkret:
Man kann sicherlich an den Hufen arbeiten und schauen, ob es es Ihrem Pferd nicht doch möglich ist, barhuf zu leben. Es sind schon viele Pferde von dauerhaften Beschlägen entwöhnt worden, deren Besitzer lange glaubten, das sei nicht möglich.

Der Vorteil des Barhuf laufens für die Gliedmaßen Ihres Pferdes samt dem entzündeten Fesselträgern wäre zum Einen die Gewichtsentlastung durch den Wegfall der Eisen. Weiterhin kann man dem Pferd barhuf deutlich leichter helfen, sich eine individuell angenehmere Stellung selbst anzulaufen: das Pferd fühlt besser, wie es bequemer steht, als ein Bearbeiter es wissen könnte. Und es wird automatisch versuchen, sich so hinzustellen und zu laufen, dass schmerzende Strukturen ein Stück weit entlastet werden: Der Barhuf zwingt das Pferd durch die Möglichkeit des individuellen Abreibens nämlich nicht so stark zu einer bestimmten Haltung oder einem bestimmten Bewegungsablauf. Es wäre daher durchaus einen Versuch wert - eine Garantie zur Beschwerdefreiheit kann Ihnen jedoch niemand versprechen.

Es wäre allerdings sehr anzuraten, einen solchen Versuch wenn, dann auch unter den bestmöglichen Umweltbedingungen für die Lunge zu starten, d.h. die Haltungsbedingungen sollten so sein, dass die Lunge am wenigsten belastet wird (z.B. Außenhaltung statt Box). Denn es kann sein, dass Ihr Pferd zunächst seine Hufe lieber schonen sollte und möchte, statt sich zugunsten der Lunge viel zu bewegen. Für die bestmögliche Gestaltung einer Umstellung auf Barhuf können Sie sich z.B. gut im Buch "Problemlos Eisenlos" von Konstanze Rasch informieren.

Ich hoffe, diese Informationen helfen ein wenig weiter.
Schöne Grüße!