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Bockhuf extremes Stolpern 4 Jahre Haflinger

Sarah.Nobel
Liebes Forum. Ich habe eine 4 jährige bald 5 jährige Haflingerstute die an beiden vorderhufen einen Bockhuf hat. Anfangs hat ihr das nichts aus gemacht sie ist mal gestolpert. Jedoch wurde es mit dem reiten und arbeiten schlimmer da wir auch versucht haben die Stellung minimal zu korrigieren. Jetzt haben wir Röntgenbilder gemacht und der Tierarzt hat diese als schwierig eingestuft. Jetzt wäre meine Frage kann dieses stolpern wirklich durch ihre Fehlstellung kommen und sagen die Bilder wirklich aus das es schwierig ist sie zurück zustellen bzw nicht mehr möglich das sie eine normale Stellung bekommt. Hatte das so verstanden das sie dann immer stolpern wird und somit laut Tierarzt lieber nicht geritten werden soll. Oder liegt es eher am Alter jedoch ist es ja kontinuierlich schlechter geworden und sie war dann auch taktunrein. Danke schon mal im voraus. Liebe grüße


[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 29.12.2016 um 10:49.]
Dateianhang

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Carina Mäusezahl
Huforthopäde/-in
Liebe Frau Nobel,
können Sie Fotos der Hufe hier einstellen laut Anleitung in der Liste links unten? Dann können konkretere Aussagen getroffen werden.
Generell ist es so, dass Bockhufe nur im Fohlenalter korrigiert werden können. Beim erwachsenen Pferd muss man damit leben, da sich alle anderen knöchernen und bindegewebigen Strukturen des Bewegungsapparates auf die steile Knochenachse eingerichtet haben und Manipulationen an der Stellung Schaden nach sich ziehen.
Warum wurde die Stute beschlagen? Auf den lateralen Aufnahmen sieht man, dass die Zehenwand verbogen ist (Hufbein und Hornwand sind nicht parallel), das Pferd also steiler stehen möchte als es im Moment steht.
Wo sind Sie denn zu Hause? Wenn Sie mögen schauen Sie in der Liste nach und vereinbaren einen Beratungstermin mit einem/r Kollegen/in, vor Ort lässt sich am Besten analysieren und erklären was genau in Ihrem Fall sinnvoll wäre.
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in´s neue Jahr und für Ihr Pferd alles Gute.

Sarah.Nobel
Guten Tag Frau Mäusezahl.

Mein Pferd steht in 58456 Witten.
Wir hatten damals Eisen drauf gemacht weil die Hufe vorne immer aufgebrochen sind allerdings hatte sie zu dem Zeitpunkt auch sehr weiche Hufe. Mittlerweile sind sie allerdings schon wesentlich besser geworden. Wahrscheinlich könnte sie also wieder Barhuf laufen, allerdings hatte der Schmied halt empfohlen das es mit Eisen leichter wäre zu korrigieren.
Hieße das also man sollte gar nicht mehr versuchen sie umzustellen sondern so im Bockhuf stehen lassen? Also käme das stolpern dann wahrscheinlich durchs umstellen? Wenn das so wäre könnten die Eisen ja auch wieder runter wenn sie wieder einen stabilen Huf hat.
Ich werde heute mal Bilder machen wenn ich am Stall bin und diese hochladen.
Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Ihnen auch einen guten Übergang :)


[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 30.12.2016 um 12:46.]
Sarah.Nobel
Hier die ersten Bilder.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 30.12.2016 um 14:51.]
Dateianhang

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Sarah.Nobel
Hier noch zwei.
Dateianhang

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Carina Mäusezahl
Huforthopäde/-in
Danke für die Bilder. Witten ist leider nicht bei mir um die Ecke...
Die Vorderhufe sehen ungemütlich und "kippelig" aus. Zum einen sind sie sehr hoch/lang (gut sichtbar im Vergleich mit den Hinterhufen), zum anderen sehr schief. Der Kronsaum ist medial deutlich hochgestaucht, die Seitenwände sind verbogen. Ihre Stute hat von vorn betrachtet sozusagen O-Beine. In Kombination mit der steilen Stellung und den Eisen mit Stollen - die hinten auf hartem Untergrund zusätzlich eine Erhöhung mit sich bringen - kann ich mir gut vorstellen, dass das Pferd häufig stolpert.
Es ist richtig, man kann solche Hufe nicht in eine "normale Stellung" bringen. Man kann sie nur gut pflegen, hufbearbeiterisch ihre Vorteile zu Nutze machen und ihre Nachteile so bearbeiten dass sie keine weiteren Probleme bereiten. Das geht barhuf und in kurzen Abständen am Allerbesten. Huforthopädisch ließe sich hier Einiges optimieren, sodass ihre Stute dadurch sicherlich an Laufkomfort gewinnen würde.
Natürlich geht so eine Barhufumstellung nicht von jetzt auf gleich, aber ihr Pferd ist jung und sollte damit - eventuell mit etwas Schonung und Rücksichtnahme - zurecht kommen. Im Buch "Problemlos eisenlos" von Frau Dr. Rasch finden Sie viele Informationen zu diesem Thema.

Caja Sulzbach
Huforthopäde/-in
Hallo,

zur Ergänzung möchte ich anmerken, dass Stolpern nicht zwangsläufig "von unten" sondern sehr häufig "von oben" kommt. Sprich, es könnten Verspannungen der Muskulatur und/oder Wirbelblockaden oder auch Beweglichkeitseinschränkungen der Gelenke oberhalb der Hufe zum Stolpern führen. Unpassende Sättel (oder gar die reiterliche Einwirkung) sind ebenfalls eine potentielle Ursache für's Stolpern. Auch Probleme der Hinterbeine können dazu führen, dass die Vordergliedmaßen überlastet und "nicht richtig vom Boden weg" kommen.

Ob bei Ihrem Pferd nun irgend etwas in der Art vorliegen könnte, mag ich nicht mutmaßen - nur auf theoretische Möglichkeiten hinweisen. Ansprechpartner wären hier zur Diagnosestellung und Behandlung neben dem TA Personen, die sich mit dem gesamten Bewegungsapparat des Pferdes befassen, also Physiotherapeuten oder Osteopaten oder Chiropraktiker und über das Bewegungstraining auch der Trainer. Und ggf. ein Sattler in Verbindung mit vorgenannten. Man sollte sicherlich die Hufe immer gut im Auge halten, gleichzeitig jedoch auch andere Möglichkeiten in Betracht ziehen.

Stolpern ist ein ernstzunehmendes Phänomen für den Reiter! Auch im Schritt kann man schwer stürzen mit erheblicher Verletzungsgefahr für Reiter und Pferd.

Schöne Grüße!